ZoZ-Tagung

10.10.2017

Überraschender Publikumserfolg bei der ersten Fachtagung des Vereins ZoZ am 10.10.17

Der Verein für Zukunftsorientierte Zerspanung e.V. (ZoZ) hat seine erste Tagung äußerst erfolgreich bestritten. Rund 70 Teilnehmer nahmen an dem hochkarätigen Forum teil, das  am 10.10.2017 am Institut für Werkzeugmaschinen (IfW) der Universität Stuttgart stattfand. Neben den Fachvorträgen konnten sich die Teilnehmer die vorgestellten Lösungen im Versuchsfeld des IfW auch live zeigen lassen.
Den thematischen Auftakt bildete Herr Prof. Möhring vom Institut für Werkzeugmaschinen mit seinem Keynote „Zukunftsorientierte Zerspanung”. In seinem spannenden Vortrag stellte er sich aus Forschersicht den Herausforderungen der Zukunft für die spanabhebende Produktion. Dabei arbeitete er sowohl die geeigneten Produktionsverfahren für die zunehmend schwer zerspanbaren Werkstoffe als auch das Potenzial einer gezielten Beeinflussung von Bauteileigenschaften durch die spanende Bearbeitung heraus. Mit intelligenten Werkzeugtechnologien stehen Methoden zur Prozessbeeinflussung zur Verfügung, die von der Großserie bis zur Losgröße eins einsetzbar sind. Dabei machte er anhand von plastischen Bespielen deutlich, dass insbesondere eine Anpassung der Werkzeuge an neuartige Werkstoffe erforderlich ist. Weiterhin schreibt Professor Möhring den additiven Verfahren zur Herstellung von Bauteilen mit komplexer Gestalt eine große Bedeutung zu.
Damit war der inhaltliche Bogen für die folgenden Vorträge gespannt. Aus Sicht der Veranstalter waren nunmehr die Industrievertreter an der Reihe, ihre aktuellen Technologien und Entwicklungsthemen zu präsentieren. Herr Böpple von der Firma Walter berichtete über Smart Manufacturing gefolgt von Herrn Retzenbach von der Firma Bilz mit einem Beitrag über intelligente Sensorik, die nun auch den Werkzeughalter tauglich für Industrie 4.0 macht. Dr. Beer von der Firma Gühring spiegelte die im Keynote schon angerissenen Forschungsthemen wieder, indem er auf die Möglichkeiten der additiven Fertigung im Bereich der Werkzeugherstellung sowie die Potenziale der Laserbearbeitung und des schwingungsunterstützten Zerspanens einging.
Abgerundet wurde die Forschungsseite durch einen umfassenden Überblick zur Schleiftechnologie von Professor Tawakoli. Geprägt von der langjährigen Erfahrung in diesem Bereich präsentierte Herr Tawakoli sowohl aktuelle Entwicklungen als auch zukünftige Potenziale bei diesem Feinbearbeitungsverfahren.
Der weitere Verlauf der Tagung war geprägt von Themen, die auch in den einzelnen Arbeitsgruppen des Vereins Zukunftsorientierte Zerspanung behandelt werden. Hierzu stellte Herr Dr. Luik von Horn Möglichkeiten zur Herstellung von Verzahnungen mit Hilfe von Einfachwerkzeugen vor und Herr Prof. Barthelmä von der GFE Schmalkalden sprach über Herausforderungen und Lösungen bei der Zerspanung von Aerospacebauteilen. Aus der  Arbeitsgruppe „Ratiobearbeitung” rund um Herr Dr. Hövel wurden erste Ergebnisse zur Gussbearbeitung bei Bosch Rexroth in Lohr vorgestellt und die Herren Dr. Zanger und Stampfer vom KIT wbk in Karlsruhe berichteten über Grundsatzuntersuchungen bei der Zerspanung von additiv gefertigten Bauteilen sowie über Arbeiten zur Charakterisierung von Minimalmengenschmierung. Das Thema Minimalmengenschmierung wurde zuvor von Herrn Fees von der Firma HPM mit einem Beitrag zu Grundlagen und Lösungen in diesem Bereich eingeleitet. Hierbei konnte er die Minimalmengenschmierung als Zukunftstechnologie herausarbeiten. Die Vortragsreihe wurde von Herrn Eisseler vom IfW mit Ergebnissen zum Harttiefbohren unter Einsatz der Minimalmengenschmierung abgeschlossen.
Die thematisch rundum spannende Veranstaltung vermittelte eindrucksvoll das inzwischen geballte Know How des Vereins rund um die Herausforderungen der Zerspanung. Dabei wurde den Teilnehmern auch genügend Gelegenheit für Netzwerkarbeit auf kulinarisch hohem Niveau gegeben. Der Erfolg der Veranstaltung bestärkt den Verein in seiner Arbeit und ermutigt den Verein, die Tagung als neues „Must Go” Event für Zerspaner im süddeutschen Raum zu etablieren.

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